Die Sanierung des Bodenseeufers am Rohrspitz steht vor dem Abschluss. Entstanden ist ein neuer, öffentlich zugänglicher Badestrand. Ein beliebter Ort auch bei Ostschweizern.
Völlig neue «Beach feelings» erwarten die Badegäste, die im Sommer wieder zu Tausenden – auch aus der Ostschweiz – am Rohrspitz Erholung in natürlicher Umgebung und Abkühlung im See suchen werden. Westlich des Salzmann-Hafens – das Gelände ist auf Fussacher Gebiet – wurden über 300 Meter Ufer saniert und zum Badestrand umgestaltet. Bisher mussten die Gäste durch Schlick und Schlamm ins Wasser waten, nun wurde das Ufer mit runden Kieseln aufgeschüttet.
Langer Bewilligungsweg
Der Uferabschnitt beim Rohrspitz steht unter Naturschutz; bis zur Bewilligung war ein fünfmonatiger Behördenweg erforderlich. Die Kosten trägt allein Rohrspitz-Boss Günther Salzmann, der auch Grundeigentümer ist. Die öffentliche Hand muss keinen Euro aus der Schatulle nehmen. «Seit meine Eltern begannen, den Hafen und das Restaurant aufzubauen, ist das Gebiet meine Heimat», sagt Salzmann. Und: «Diese Heimat ist mir das Geld wert.» Die budgetierten 150 000 Franken dürften freilich nicht reichen, schätzt er. «Mein Erwachen wird mit den Rechnungen kommen.»
Naturschutzgebiet entlasten
Salzmann hofft, dass der neue Badestrand westlich des Hafens die Gäste zu konzentrieren vermag und das Naturschutzgebiet östlich der Bootsliegeplätze weniger von «Wildbadern» strapaziert wird. Dazu soll auch die Verlegung des Partyschiffes «Elisa» beitragen: Es wird bei der Hafenausfahrt ein neuer Liegeplatz ausgebaggert. «Dann müssen die Passagiere nicht mehr auf die andere <sensible Seite>», erklärt Salzmann. Wenn die «Elisa» nicht gerade über den See kreuzt, werden an Bord ein Kiosk mit Erfrischungen und Toiletten für die Badegäste zur Verfügung stehen.
Idee eins zu eins umgesetzt
Die Behörden hatten ein waches Auge auf die Baumassnahmen. Heute sind sie wie auch die Vertreter des Landschaftsschutzes und des Naturschutzvereins Rheindelta mit dem neuen Strand zufrieden: «Alles wörtlich im grünen Bereich.»
«In meiner langen Laufbahn habe ich noch nie erlebt, dass ein Privatmann so etwas bezahlt», lobt auch Berthold Siessegger vom Seenforschungsinstitut in Langenargen und Projektleiter der Strandsanierung. Siessegger ist Limnologe und gefragter Experte bei Seeufersanierungen; so ist er auch mit Untersuchungen am Vierwaldstätter- und Thuner- See beauftragt. «Überall sonst waren öffentliche Stellen beteiligt – und die reden natürlich drein. Hier am Rohrspitz konnten wir endlich einmal unsere Vorstellungen eins zu eins verwirklichen.»
Genaustens untersucht
Siessegger hatte bereits vor vier Jahren mit den Vorarbeiten für die Sanierung des Uferabschnitts begonnen. Am Rohrspitz wurde vom Schilfbewuchs bis zu den Strömungsverhältnissen alles untersucht. Daraus entstand das nun verwirklichte Projekt, das nicht nur den fortschreitenden Landabtrag durch den Wellenschlag beendet, sondern auch Erholungsgelände und sensible Natur unter einen Hut bringt. Stolz ist Siessegger besonders auf eine grüne Insel, welche die Monotonie des Strandes wohltuend unterbricht. Eine Besonderheit ist auch ein am Vorarlberger Ufer noch nie ausgeführter «Seehag», ein niedriger Wall, der mit Büschen und schattenspendenden Bäumen bepflanzt wird.
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